Lern-Apps

Was ist eine Lern-App?

Eine Lern-App wird im Kontext des Zertifizierungsverfahrens definiert als digitales Hilfsmittel, das in seiner Funktion das Lernen im Rahmen des schulischen Unterrichts und eigenverantwortliches, interessengeleitetes Lernen unterstützt, indem Schüler/innen mit Hilfe mobiler Endgeräte wie Smartphones oder Tablets zeit- und ortsunabhängig Lerninhalte u. a. erarbeiten, üben, vertiefen, wiederholen, strukturieren bzw. anwenden und eigene Interessensgebiete verfolgen können. Um für das Zertifizierungsverfahren zugelassen zu werden, muss eine Lern-App die folgenden Voraussetzungen (KO-Kriterien) erfüllen:

  • Es handelt sich um eine Native Mobile App.
  • Die App ist sowohl für iOS als auch für Android verfügbar.
  • Die App ist ein Tool, um Lerninhalte zu erarbeiten, zu üben, zu vertiefen, zu wiederholen, zu strukturieren bzw. anzuwenden und interessengeleitetes Lernen zu fördern und zu unterstützen.
  • Es ist eine Lern-App, d. h. keine Organisations-App (Kalender, To-Do-Liste), keine App, die der Gestaltung der Lernumgebung dient, kein Nachschlagewerk (Formelsammlung, Wörterbuch).
  • Die App ist DSGVO-konform.
  • Die App enthält keine Werbung.

Die Lern-Apps müssen im App Store und im Play Store mit den gleichen Inhalten und Funktionalitäten verfügbar sein.

In der ersten Phase nach Einführung des Zertifizierungsverfahrens werden nur Lern-Apps für Lernende ab der Sekundarstufe (ab der 5. Schulstufe) evaluiert.

Über die Zertifizierung von Lern-Apps

Mit der Zertifizierung von Lern-Apps wird der fünfte Punkt des 8-Punkte-Plans für digitalen Unterricht des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) realisiert. Die Evaluierung und Zertifizierung führt eine Qualitätssicherung ein und mit dem damit verknüpften Gütesiegel soll Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern, aber auch Erziehungsberechtigten und anderen Interessierten Orientierung bei der Auswahl von Apps für das Lernen geboten werden.

Zulassung von Lern-Apps zum Zertifizierungsverfahren

Lern-Apps können entweder von App-Entwickler/inne/n eingereicht, oder von Lehrer/inne/n, Schüler/inne/n, Erziehungsberechtigten oder an Lern-Apps Interessierten empfohlen werden. Bei Empfehlungen durch Anwender/innen nimmt das Lern-Apps Team nach einer ersten Prüfung Kontakt mit den App-Entwickler/inne/n auf, die dann entscheiden, ob sie die Lern-App zur Zertifizierung einreichen. Die Einreichung ist online über diese Seite vom 13.09. bis zum 15.10.2021 - verlängert bis 29.10.2021 - möglich. Die Empfehlung ist online über diese Seite seit dem 01.10.2021 möglich.

Rollen und Zuständigkeiten

Hintergrund und Ausgangspunkt für das neu entwickelte Zertifizierungsverfahren sind zum einen der 8-Punkte-Plan des BMBWF, der mit seinen konkreten Zielen die nächsten Entwicklungsschritte für eine flächendeckende Umsetzung des digital unterstützten Lehrens und Lernens und für eine breitflächige Implementierung innovativer Lehr- und Lernformate vorgibt.
Zum anderen der Schwerpunkt "Schule lernt lernen" der Innovationsstiftung für Bildung (ISB): Schule als lernende Organisation. Die ISB hat in Kooperation mit dem BMBWF den OeAD mit der Entwicklung, Pilotierung und Durchführung des Zertifizierungsverfahrens beauftragt und finanziert diese erste Phase.

Die operative Durchführung übernimmt im OeAD die Referenzstelle für Qualität in der Allgemein- und Berufsbildung (RQB), die unter anderem die Evaluator/inn/en sucht, sie schult und den dadurch entstehenden Evaluator/inn/en-Pool betreut.

Die zentralen Player sind:

Und natürlich die Lehrenden, die als Evaluator/inn/en das gesamte Zertifizierungsverfahren erst möglich machen.

Unterstützt wird das Lern-Apps Team des OeAD durch eine Gruppe von Expert/inn/en und Praktiker/inne/n aus den Bereichen Medienpädagogik, Lernen mit digitalen Bildungsmedien und Schule. Die Expertise dieses Sounding-Boards wird für das Zertifizierungsverfahren genutzt, indem dessen Mitglieder sich regelmäßig mit dem Lern-Apps Team zum Verfahren und dessen Weiterentwicklung austauschen und Rückmeldungen zu spezifischen Fragen geben.

Die Mitglieder des Sounding-Boards

  • Mag. Dr. Sonja Gabriel, MA MA, Hochschulprofessorin für Mediendidaktik und Medienpädagogik, KPH Wien/Krems
  • Univ. Prof. DI Mag. Dr. Dr.h.c. Markus Hohenwarter, Professor für Didaktik der Mathematik, Direktor der Linz School of Education, Johannes Kepler Universität
  • Mag. Petra Szucsich, MSc, Zentrum für Lerntechnologie und Innovation (ZLI), PH Wien
  • Dipl.-Päd. Johannes Weingartner, Leiter der Abteilung für Inklusion und Lehrmittel, Bundes-Blindeninstitut Wien
  • OSR Edith Weiß, Schulleiterin, Mittelschule und Musikmittelschule Ottenschlag
  • Mag. Ute Wiesmayr, Schulleiterin, Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule Steyr
  • Prof. Dr. Karsten D. Wolf, Professor für Medienpädagogik und Didaktik multimedialer Lernumgebungen, Universität Bremen